Aus Zeitungen, Radios und Fernsehern tönt es: Die Ungleichheit in Deutschland wächst. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander –Deutschland ist in diesem Fall den anderen Industrienationen eine Nasenlänge voraus! Das sagt der OECD – und macht amtlich, was ein mancher längst weiß. Schuld sind die Löhne. Oder besser: die Nicht-Löhne.
Die wunderbare Welt der Minijobs:
Brutto ist netto. 400 Euro sind und bleiben 400 Euro. Mehr nicht, manchmal sogar weniger (immer dann, wenn die 400 Euro als Obergrenze definiert sind und der Arbeitgeber am Monatsende die geleistete Arbeitsstundenzahl ausrechnen muss und feststellt, dass der Moinijobber im Monat mehr als 400 Euro verdient hätte – tja, dann bekommt der Minijobber auch manchmal nur 392 Euro am Monatsende, weil’s sich leichter rechnen lässt - und die Überstunden gut geschrieben, für den nächsten Monat).
Minijobs sind wunderbar, sagen die Arbeitgeberverbände. Schnell und unbürokratisch kommt man an Arbeitskräfte, den ganzen Kram mit Versicherungen und so weiter spart man sich. Wunderbar. Minijobs, sagen die Arbeitgeberverbände, erleichtern gerade älteren Arbeitslosen und niedrig Qualifizierten den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.
Selten so gelacht!
Im Einzelhandel und in der Gastronomie wimmelt es von Minijobbern. Nicht selten sind die Damen und Herren, die Euch das Brot über die Theke reichen oder die ofenwarmen Semmeln, gelernte BäckereifachverkäuferInnen mit einem Monatsgehalt von – na, wer weiß es? Richtig, 400 Euro. Brutto ist netto.
Von wegen niedrig Qualifizierte!
Die Ausbildung zur/ zum Bäckereifachverkäufer/in dauert übrigens bodenständige 3 Jahre, und die Vergütung in diesen drei Jahren ist alles andere als üppig. Und wofür das Ganze? Für eine Arbeit mit Hungerlohn. Ohne soziale Absicherung, ohne Krankenversicherung. Am Ende führt der Weg dann doch ins Amt. Oder in die Schwarzarbeit.
Und die Arbeitgeberverbände? Die sagen, mit Minijobs lässt sich die Schwarzarbeit wunderbar bekämpfen.
Klar, und Elefanten können fliegen!
"Von Niedriglöhnen sind keinesfalls nur Geringqualifizierte betroffen. 70 Prozent der Niedriglohnverdiener haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, 7 Prozent sogar einen Hochschulabschluss."